Weine
Binissalem

1988 schlossen sich Weinbauern und Weingutsbesitzer aus der Gegend Binissalem, einem Gebiet mit grosser Weinbautradition, zu einer Gruppe zusammen und beantragten die Ursprungsbezeichnung Binissalem. Nach Erledigung aller Formalitäten erteilte das Amt für Agrarwirtschaft und Fischerei zunächst eine vorübergehende Genehmigung und ernannte einen Interimsrat, der die entsprechenden Bestimmungen auszuarbeiten hatte. Diese wurden 1989 durch die Regierung der Balearen genehmigt und schliesslich durch das Ministerium für Agrarwirtschaft, Fischerei und Ernährung 1991 ratifiziert.

 

Geoklimatischer Rahmen

Das Weinbaugebiet mit der Ursprungsbezeichnung BINISSALEM befindet sich im Herzen der Insel Mallorca. Der Gebirgszug der "Sierra de Alfabia" bzw. "de Tramuntana" schützt dieses Gebiet vor dem kalten Nordwind und erzeugt ein günstiges Mikroklima, das als "mediterran mild" bezeichnet werden kann, mit trockenen, heissen Sommern und kurzen Wintern. Der durchschnittliche Niederschlag beträgt ca. 450 mm pro Jahr. Das Gelände an sich entspricht den kontinentalen Quartär-Sedimenten, die reich an Kalzium sind, was zu einer kalkhaltigen, graubraunen bzw. braunkalkigen Erdfärbung führt, die teilweise kalkige Krusten aufweisen. Das Landschaftsrelief präsentiert sich sanft und die Weinstöcke werden in einer Höhe von 75 bis 200 m über dem Meeresspiegel angebaut.

 

Herstellungsvoraussetzungen

Für die Herstellung der Weine mit der Ursprungsbezeichnung Binissalem dürfen ausschliesslich folgende Traubensorten verwendet werden: Rotweine: Manto Negro, Callet, Tempranillo, Monastrell, Cabernet Sauvignon, Syrah, Merlot und gorgollassa.

Weissweine: Moll oder Prensal Blanco, Parellada, Macabeo, Moscatel de Alejandria, Moscatel de grano menudo, Chardonnay und Giró Ros. Die Rebsorten Manto Negro, Moll und Moscatel gelten als die Hauptsorten. Die Anbaupraxis erfolgt nach traditionellen Methoden, wodurch Trauben von grösserer Qualität. Die Aufzucht und Führung der jungen Weinstöcke erfolgt mittels "Vaso-System" (niedrige Weinstöcke mit 3-4 Trieben) bzw. Spalier. Die zulässige Produktion pro Hektar ist lt. Bestimmungen zur Ursprungsbezeichnung Binissalem eingeschränkt und es gelten folgende Höchstmengen: Für weisse Traubensorten: 9.000 kg/Ha mit Ausnahme der Sorte Parellada, bei der die Höchstmenge 10.000 kg beträgt. Rote Trauben: 9.000 kg/Ha. Die Weinlese wird mit äusserster Sorgfalt durchgeführt und es werden für die unter der Schutzmarke geführten Weine ausschliesslich gesunde Trauben mit dem richtigen Reifegrad und einem natürlichen Alkoholgehalt von mind. 10% Vol. für die weissen Rebsorten und 10,5% Vol. für die Rotweintrauben verwendet.

 

Herstellungsbedingungen

 

Die Herstellung der Rotweine mit der Ursprungsbezeichnung Binissalem erfolgt mindestens zu 30% aus der Sorte Manto Negro. Für die Herstellung der Weissweine mit der Ursprungsbezeichnung Binissalem müssen mind. 50% der Sorten Moll oder Muskateller verwendet werden. Die weissen Schaumweise werden mit mindestens 50% der Rebsorte Moll (oder Premsal weiss) hergestellt, während die schaumigen Roséweine anhand von Weinen aus autorisierten Rebsorten gewonnen werden. Die Moste werden mit Hilfe moderner Technologie nach traditionellen Verfahren so hergestellt, dass die Qualität der Weine weiter verbessert wird. Für die Gewinnung des Weines und die Trennung des Tresters werden geeignete Auspressungsverfahren angewendet, damit der Ertrag Binissalem - Balearen - Agrarnahrungsmittel, Ursprungsbezeichnungen und balearische Gastronomie 70 l Most pro 100 kg Leseertrag nicht überschreitet.

 

Besondere Merkmale der Weine

Zu den gem. den Bestimmungen zur Ursprungsbezeichnung Binissalem geführten Weine gehören Rotweine (junge Weine oder im Eichenbarrique gereifte Weine), Roséweine, Weissweine und Schaumweine. Die meistproduzierten und bekanntesten Weine sind die Rotweine, die ca. 75% der Gesamtproduktionsmenge ausmachen und hier hauptsächlich die Kategorie "Crianza". Die für Rotweine geltenden Fristen hinsichtlich des richtigen Reifegrads mit entsprechender Angabe auf dem Etikett sind die folgenden:

  • Crianza: Die Weine müssen in Eichenfässern mindestens 6 Monate reifen und insgesamt eine Reifezeit (Barrique- und Flaschenreifung) von 24 Monaten gehabt haben.
  • Reserva: Reifezeit im Eichenfass mindestens 12 Monate und eine Reifezeit von insgesamt 36 Monaten (Barrique- und Flaschenreifung).
  • Gran Reserva: Reifezeit im Eichenfass mindestens 24 Monate und eine weitere Reifezeit in der Flasche von mindestens 36 Monaten.

Bei den Weissweinen dominiert die Sorte Moll, die dem Wein unterschiedliche Eigenschaften aufdrückt. Es handelt sich um Weine mit einem fruchtigen Aroma, bei dem der Geschmack nach grünen Äpfeln und Trockenfrüchten vorherrscht und auch Anklänge an Aprikosen und bittere Mandeln können sich finden. Am Gaumen sind es junge, frische Weine, die eine perfekte Ausgewogenheit zwischen Säuregehalt und Süsse bieten und im Abgang mit leicht bitterer Note abgerundet sind. Die Rotweine haben einen ganz eigenen Charakter, der in grossem Masse von der heimischen Sorte Manto Negro geprägt wird. Es handelt sich um Wein von nicht allzu tiefer Farbe mit Fruchtaromen, die schnell eine konfitüreartige Komponente zeigen. Die Weine sind wohlstrukturiert und zeigen eine ausgewogene Weiterreifung im Holzfass. Die Weine der Kategorie "Crianza" haben eine feine und harmonische Struktur mit sanftem Tanningeschmack und Terziär-Aromen.

Weinsorte Mindest-Alkoholgehalt

Weissweine 10,5º

Roséweine 11,0º

Rotweine 11,5º

Schaumweine 10,5º

 

Qualitätskontrolle

Weine eine strikte Qualitätskontrolle durch, denen alle Weine unterzogen werden, die die Bezeichnung Binissalem im Etikett führen wollen. Depot für Depot, Partie für Partie aller auf den anerkannten Weingütern erzeugten Weine werden einer eigenen Verkostung unterzogen, um die Qualitätsmassstäbe zu erfüllen, denen sie vor ihrem Verkauf genügen müssen. Nur die Weine, die diese Qualitätskontrolle bestanden haben, dürfen mit dem Siegel BINISSALEM verkauft werden. Alle anderen werden hiervon ausgeschlossen. Sobald die Qualitätskontrolle für jede einzelne der geernteten Partien durchlaufen wurde, entscheidet die Kontrollinstanz, welche allgemeine Note anhand der Ergebnisse der Qualitätskontrolle generell für die entsprechende Ernte vergeben wird

Benotungen

Folgende Benotungen hat die Kontrollinstanz für die verschiedenen Erntejahrgänge bisher vergeben:

2003 SEHR GUT

2004 AUSGEZEICHNET

2005 SEHR GUT

2006 AUSGEZEICHNET

2007 AUSGEZEICHNET

2008 SEHR GUT

2009 AUSGEZEICHNET

2010 AUSGEZEICHNET

2011 SEHR GUT

2012 SEHR GUT

2013 GUT

2014 SEHR GUT

2015 GUT

2016 SEHR GUT

2017 AUSGEZEICHNET

2018 GUT

2019 AUSSTEHENDE BEWERTUNG

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