Geschützte Geografische Angaben
Olivenöl aus Ibiza

Das ”Aceite de Ibiza” wird ausschließlich mit mechanischen Verfahren aus den Früchten des Echten Ölbaums (Olea europaea, L.) gewonnen und ist daher der Güteklasse 1 mit der Bezeichnung Natives Olivenöl Extra zuzuordnen.  Es handelt sich dabei um Öle mit grün-fruchtigem Geschmack von mittlerer bis starker Intensität. Am Gaumen präsentieren sich diese Öle mit leichter bis mittlerer herb-scharfer Note. 

SORTEN

Die geschützte geographische Herkunftsbezeichnung ”Aceite de Ibiza”  (Olivenöl aus Ibiza) ist ausschließlich jenen Nativen Olivenölen Extra vorbehalten, die mindestens zu 90% aus Ölen bestehen, die aus den Olivensorten Arbequina, Picual und Koroneiki gewonnen werden und nur aus einer dieser Sorte allein oder untereinander gemischt zur Anwendung kommen können. Für die verbleibenden 10% können Öle aus anderen Sorten zum Einsatz kommen, sofern sie im Register der vermarkteten Olivensorten eingetragen sind.  

EIGENSCHAFTEN

Die folgenden Eigenschaften sind kennzeichnend für das Olivenöl aus Ibiza und unterscheiden es von anderen Ölen: 

Physikalische und chemische Eigenschaften:

- Säuregehalt (ausgedrückt in Ölsäure) < 0,5 %

- Peroxidzahl: <12 meq O2/Kg

- K 232 < 2,00

- K 270 < 0,16

- Polyphenole > 200 mg/kg Olivenöl

 

Organoleptische Parameter:

 

Mittelwertintervall

Mindestwert

Höchstwert

Grün-fruchtig

≥3

≤7

Herb

≥1,5

≤4

Scharf

≥2

≤5

Ausgewogenheit

Der Mittelwert der Geschmacksnoten „herb” und „scharf” liegt höchstens zwei Punkte über dem Mittelwert der Geschmacksnote „fruchtig” 

 

DIE VERBINDUNGEN ZUM GEOGRAPHISCHEN GEBIET

Das “Aceite de Ibiza” ist aufgrund verschiedener Faktoren untrennbar mit dem geographischen Gebiet, in dem es erzeugt wird, verknüpft. Die geschützte Herkunfstbezeichnung stützt sich einerseits auf die lange Geschichte des Ölanbaus in dieser Gegend, andererseits auf die besonderen Eigenschaften, die das hier erzeugte Olivenöl von anderen Ölen unterscheiden, aber auch auf den guten Ruf, den dieses Öl allseits genießt.  

Der Ölanbau und die Ölproduktion sind eng mit der Geschichte und Kultur der Insel Eivissa verbunden. Verschiedene geschichtliche Hinweise und Ausgrabungsfunde lassen darauf schließen, dass in diesem Gebiet bereits um das Jahr 450 v. Chr. Oliven für die Ölherstellung angebaut wurden. Nach Angaben der Archäologin Glenda Graziani (2018) wurden auf Eivissa im 3. Jahrhundert v. Chr. schon 23 Landgüter betrieben, die zwischen 30.000 und 60.000 Liter Öl produzierten. Von der großen Bedeutung, welche die Ölproduktion im 1. Jahrhundert n. Chr. in der Wirtschaft Eivissas einnahm, zeugt eine Abhandlung mit dem Titel: Las ánforas púnicas de Ibiza” (Die punischen Amphoren von Ibiza). In einer Textstelle dieses Werkes heißt es nämlich wörtlich: „Es muss darauf hingewiesen werden, dass an den historischen Fundstätten in diesem Gebiet zahlreiche Ölpressen zutage gefördert wurden…”.

Auch im weiteren Verlauf der Geschichte sind zahlreiche Hinweise auf den wichtigen Stellenwert, der dem ”Aceite de Ibiza” in der Wirtschaft der Insel zukam,  zu finden. So werden etwa im „Llibre del mostassaf d’Eivissa”  (Buch des Eichmeisters und Marktaufsehers von Eivissa) aus dem Jahr 1398 die zu verwendenden Maßeinheiten für Olivenöl beschrieben. Damit wird dokumentarisch belegt, dass auf der Insel zu jener Zeit bereits Handel mit Öl betrieben wurde. In diesem Sinne ist etwa in den Reales Ordenanzas de la Universidad de Ibiza (Königliche Verordnung der Universität Ibiza) aus dem Jahre 1663 davon die Rede, dass das Olivenöl infolge der regen Exporttätigkeit auf Eivissa zur Mangelware geworden war. 1686 erließ Gaietà Soler schließlich ein Verbot, das den privaten Handel mit Olivenöl untersagte, denn dieser hatte so überhandgenommen, dass es nicht mehr genug Öl für den Eigenverbrauch gab.     

Im 17. Jahrhundert wurden auf Betreiben der Societat Econòmica d’Amics del País d’Eivissa (Gesellschaft für Wirtschaftsentwicklung der Freunde Eivissas) neue Olivensorten eingeführt und Fachleute auf die Insel gebracht, die sich um die Veredelung des Baumbestands und die Unterweisung der einheimischen Bauern kümmern sollten. Im Plan Instructivo de Agricultura, Industria y Policía (Anweisungsplan für die Landwirtschaft, das Gewerbe und die Polizei) für die Inseln Eivissa und Formentera (1786-87) wird die zu erzielende Erntemenge mit 4.720 medidas und 25 libras (78.269,11 Liter) beziffert. Auch der Erzherzog Ludwig Salvator von Österreich hob in seinem Buch „Die alten Pityusen“ aus dem Jahr 1869 die wichtige Bedeutung der Ölproduktion hervor und schreibt wörtlich: „Das ibizenkische Öl wird noch immer nach der alten arabischen Verfahrensweise erzeugt...“. Im Amtsblatt der Real Academia de la Historia (Königliche Akademie der Geschichte) aus dem Jahr 1907 wird ebenfalls hervorgehoben, dass zu jener Zeit große Mengen Öl auf Eivissa produziert wurden und im Jahr 1957 beschreibt Jean Shor, Mitherausgeberin des  National Geographic Magazine, in der Nummer 5, Vol. CXI, dieser Zeitschrift in Worten und Bildern, wie das für den Export bestimmte Olivenöl in den landwirtschaftlichen Betrieben Eivissas gelagert wurde. Alle hier erwähnten historischen Hinweise belegen, dass sich die Begriffsverbindung „Olivenöl“ – „Ibiza/Eivissa“ im Laufe einer langen geschichtlichen Entwicklung herausgeprägt hat.  

Ein weiterer Beweis dafür, wie wichtig die Ölproduktion auf Eivissa immer schon war, sind die zahlreichen alten Ölmühlen, die auch heute noch auf der Insel zu finden sind. Bei einer im Jahr 2003 durchgeführten Bestandsaufnahme wurden 211 alte Ölmühlen gezählt. Die Inschriften auf den Presswerkzeugen geben Aufschluss über das Alter der einzelnen Mühlen und so konnte festgestellt werden, dass eine der ältesten aus dem Jahre 1607 stammt. 

Wie eng die Poduktion von Olivenöl mit der Insel Eivissa verbunden ist, geht unter anderem auch aus dem bodenständigen Wortschatz hervor, der im Jahr 2005 von Garrido in differenzierter Form in seinem Werk „L’oli a les pitiuses, una tradició mil·lenaria” (Das Öl auf den Pityusen, eine tausendjährige Tradition) für die Nachwelt festgehalten wurde. Darin werden zahlreiche örtlich verwendete Begriffe genannt, die im Zusammenhang mit der Ölproduktion stehen und bis in die heutige Zeit erhalten geblieben sind, wie etwa: el trull (Ölmühle), els cofins (Hanfmatten zum Ölpressen), la jàsena (Pressbalken aus Holz), usw.

Die unterscheidenden Merkmale des ”Aceite de Ibiza”  sind auf die im Produktionsgebiet herrschenden Umweltbedingungen (d.h. die besonderen örtlich vorhandenen geologischen und klimatischen Bedingungen), aber auch auf den Faktor des menschlichen Eingreifens zurückzuführen. 

Die kalkhaltigen Böden und die hohe Zahl von Sonnenstunden fördern die Entstehung eines hohen Gehalts  an aromatischen Stoffen in den Oliven. Die geringe Höhe der Anbaustätten, von denen sich einige auf Meereshöhe befinden, begünstigt die Heranbildung eines hohen Phenolgehalts.   

Das auf der Insel Eivissa herrschende Mittelmeerklima mit seiner starken Sonneneinstrahlung gewährleistet ideale Bedingungen für den Anbau von Oliven und fördert im Besonderen die Photosynthese und die Ansammlung von Biomasse in den Pflanzenorganen. Die milden Temperaturen und die langanhaltende Sonneneinstrahlung im Frühling begünstigen die Blüte und die Bestäubung. Im Sommer fördern die hohen Temperaturen und die starke Sonneneinstrahlung das schnelle Heranreifen der Früchte und dieser Umstand ermöglicht eine frühe Ernte, die bereits im Monat September vorgenommen werden kann. Damit unterscheidet sich Eivissa von anderen europäischen Anbaugebieten und ist eine der ersten Gegenden Europas, in denen zu jeder Saison mit der Olivenernte begonnen werden kann. Da die Insel andererseits von Frost verschont zu bleiben pflegt, können stabile Öle erzielt werden, die frei von Mängeln sind und sich durch einen hohen Anteil an Phenolen auszeichnen.  

Die warmen und sonnigen Sommer mit nur sehr geringen Niederschlagsmengen bewirken in den Olivenbäumen Trockenstress und dieser Umstand begünstigt die Entstehung eines höheren Anteils an Phenolen, die für den herben und scharfen Geschmack der Oliven verantwortlich sind.   

Die Ernte erfolgt, wenn die Früchte noch grün sind, d.h. wenn die Oliven noch spärlich pigmentiert sind. Auch dieser Umstand trägt dazu bei, dass sich das ”Aceite de Ibiza” geschmacklich von anderen Ölen unterscheidet und führt zur verstärkten Ausbildung grün-fruchtiger Aromen und einem hohen Anteil an Phenolen. Der Ernte im noch unreifen Zustand der Früchte ist es zuzuschreiben, dass die Leistung bei der Umformung der Oliven in Öl gering ist, doch zeichnet sich das so gewonnene Öl durch ganz besondere Eigenschaften aus. 

Dank der geringen Entfernung der Ölmühlen von den Olivenbaumhainen können die grünen Oliven schnell vermahlen werden. Der Mahlvorgang erfolgt bei niedriger Temperatur. Olivenöl aus Ibiza - Balearen - Agrarnahrungsmittel, Ursprungsbezeichnungen und balearische Gastronomie Auf diese Weise können Öle mit niedrigem Säuregehalt und einem geringen Anteil an Hydroperoxiden erzielt werden. Diesen Eigenschaften ist ein Peroxidindex mit niedrigen Werten und ein niedriger K232-Wert zu verdanken.

Die Lagerung erfolgt unter besten Bedingungen, indem das Olivenöl vor Luft- und Lichteinwirkung geschützt wird. Die Abfüllung wird direkt in der Ölmühle vorgenommen. Alle diese Bedingungen tragen dazu bei, dass stabile Öle mit einem niedrigen Anteil an Peroxiden und konjugierten Dienen und Trienen erzielt werden können. 

Seine lange Geschichte und seine besonderen Eigenschaften, die es von anderen Ölen unterscheiden, haben dem ”Aceite de Ibiza” zu seinem ausgezeichneten Ruf verholfen, den es den dokumentarisch belegten Daten folgend nun schon seit mehr als 200 Jahren genießt. So erwähnt etwa José Vargas in seinem im Jahr 1787 verfassten Werk „Descripciones de las Islas Pithiusas y Baleares“ (Beschreibungen der Pythiusen und der Balearischen Inseln): Die auf Ibiza erzielte Erntemenge beläuft sich gegenwärtig auf (...) und das aus diesen Oliven gewonnene Öl wird in ganz Spanien als eins der besten erachtet. Es wird außerdem in so großen Mengen erzeugt, dass es als eigener Wirtschaftszweig der Insel zu betrachten ist“. Auch in den königlichen Regierungsverordnungen für die Insel, den  Reales Ordinacions de la isla y real fuerza de Iviza aus dem Jahr 1751, wird das Olivenöl aus Eivissa als besonders wertvoll eingestuft und mit den besten Ölen Spaniens verglichen: „... es erweist sich als eins der besten Öle Spaniens. Nur das Olivenöl aus Ibiza kann dem Vergleich standhalten“. Im Plan Político y Económico para las islas de Ibiza y Formentera (Wirtschaftsplan für die Inseln Ibiza und Formentera) aus dem Jahre 1789 wird das auf Ibiza erzeugte Olivenöl vom Gouverneur Miguel Cayetano in den folgenden Worten gelobt: „…es ist so klar und rein und von so exquisitem Geschmack, dass es sogar dem besten Olivenöl aus Mallorca vorgezogen wird...“. In den Reials Ordinacions de la Universitat d´Eivissa (1663) wird schließlich die große Bedeutung des massiven Exports von Olivenöl aus Ibiza Bezug genommen und im Diccionario Geográfico-Estadístico-Histórico de España, ein geografisches, statistisches und historisches Nachschlagwerk über Spanien aus dem Jahr 1847, wird festgehalten, dass 1848 die Menge von 450 arrobas (5.653 Liter) Olivenöl aus Ibiza nach Amerika ausgeführt wurden. 

Der gute Ruf, den das ibizenkische Olivenöl im Laufe der Geschichte erlangt hat, ist über die Jahrhunderte hinweg bis in die Gegenwart erhalten geblieben und heute ist das ”Aceite de Ibiza” ein Erzeugnis, dass von den Verbrauchern, Experten, Köchen und Gastgewerbebetreibern gleichermaßen geschätzt wird. 

PRODUKTIONSBEDINGUNGEN, VERARBEITUNG UND ABFÜLLUNG 

Die Olivenhaine befinden sich hauptsächlich in den Ebenen, auf Höhen von weniger als 300 Metern über dem Meeresspiegel, in durch die Berge windgeschützten Gebieten im Nordwesten der Insel. Die Bäume wachsen auf alkalischen Böden, die zwar kalkhaltig sind, jedoch nur einen geringen Kalkgehalt aufweisen. 

Für die Bodenpflege kommen ausschließlich mechanische Mittel zum Einsatz. Die Anwendung von Unkrautvernichtungsmitteln ist verboten. 

Die Pflanzdichte beträgt höchstens 500 Olivenbäume pro Hektar und die Olivenhaine sind in Form der Gobelet-Erziehung angelegt. Gegenwärtig werden die Anbauböden ein oder zweimal im Jahr bearbeitet, um die Anbauflächen von Unkraut zu befreien oder um andere Bodenpflege- und Anbauarbeiten durchzuführen.  

Alle vier Jahre wird eine Grunddüngung mit organischen Düngemitteln vorgenommen. Dabei darf die Düngemitteldosis die Menge von 20 tm/ha nicht überschreiten. Die jährliche Menge des zur Deckung des Bedarfs an mineralischen Nährstoffen verabreichten Mineralstoffdüngers darf nicht über 125 kg N/ha betragen.

Die Olivenhaine dürfen nur durch örtliche Anwendung von Tröpchenbewässerungssystemen  bewässert werden. Diese Bewässerungstechnik kommt auf Eivissa traditionellerweise zum Einsatz, um die Olivenbäume während des Heranreifens der Früchte dem Trockenstress auszusetzen, da dieser dazu beiträgt, den Polyphenolgehalt, der dem Öl seine herbe Note verleiht, zu erhöhen. Die Olivenhaine dürfen aus diesem Grunde ab dem 1. Juli nicht mehr bewässert werden. Nur in extremen Dürrezeiten können die zuständigen Behörden nach Durchführung der erforderlichen Untersuchungen eine Notfallbewässerung zulassen. Die Art der Bewässerung und die Bedingungen, unter denen sie durchgeführt werden darf, werden in solchen Fällen behördlich vorgeschrieben.  

Der Beschnitt der Olivenbäume erfolgt auf Eivissa in jährlichen Abständen und jeweils zwischen November und März. Dabei werden die inneren Zweige, zu denen nur wenig Sonnenlicht durchdringt, entfernt, um ein maximales Höhenwachstum zu erzielen und die Ernte zu erleichtern. 

Die Olivenernte findet zwischen dem 1. September und dem 1. Dezember statt. Die Oliven werden im noch unreifen Zustand geerntet, wenn sie noch grün sind, eine nur spärliche Oberflächenpigmentierung aufweisen und einen Reifegrad zwischen 1 und 3 nach der Skala von Ferreira (1979) haben.

Die Ernte erfolgt in mechanisierter Weise unter Einsatz von kleineren Rüttlern in Form von Handgeräten oder mit größeren multidirektionalen Baumschüttlern (mit Auffangschirm). In jedem Fall muss vermieden werden, dass die Oliven den Boden berühren.  

Die Produktionsmenge beschränkt sich auf höchstens 35 kg/Olivenbaum im Falle von Anpflanzungen mit einem Alter von mehr als 10 Jahren, auf 20 kg/Olivenbaum bei Anpflanzungen mit 6 bis 10 Jahren, auf 11kg/Olivenbaum bei Olivenhainen mit 3 bis 6 Jahren und auf  2 kg/ Jahr im Falle von jungen Bäumen mit einem Alter von unter 3 Jahren. 

Die geernteten Oliven werden täglich zur Ölmühle befördert. Dabei wird darauf geachtet, dass der Transport unter den bestmöglichen Bedingungen erfolgt, um zu vermeiden, dass sich die Oliven zu stark erwärmen, der Fermentationsprozess einsetzt und sich der Zustand der Oliven verschlechtert. Die Früchte werden in Kunststoffkisten oder in Form von Schüttgut im Traktoranhänger transportiert. Die Benutzung von Behältern ohne Belüftung, wie etwa Säcke, ist nicht erlaubt.   

Zwischen der Ernte und der Vermahlung der Oliven dürfen höchstens 24 Stunden verstreichen. 

In den Ölmühlen beginnt der Verarbeitungsprozess mit der Auslese und Klassifizierung der Oliven. Alle jene Früchte, die nicht in einwandfreiem Zustand sind, werden aussortiert und von der Verarbeitung ausgeschlossen. Dann werden die Oliven gewaschen und verlesen, um alle Unreinheiten und Fremdkörper daraus zu entfernen (Blätter, Erde, usw.). 

Der Mahlvorgang wird mit Hammermühlen durchgeführt. Die Verwendung von Steinmühlen ist nicht erlaubt. 

Dann wird die Olivenmaische in Rührwerken aus Stahl bei einer Temperatur von unter 28°C gerührt. Die Verwendung chemischer Hilfsstoffe ist verboten. 

Für die Extraktion des Öls kommt eine kontinuierliche Zentrigue zum Einsatz. Durch das Schleudern werden die festen von den flüssigen Stoffen getrennt. Ein wiederholtes Schleudern der Olivenpaste, um dieser die noch verbliebenen Ölreste zu entziehen, ist nicht erlaubt. 

Die maximale Produktionsleistung bei den Olivenölen, die unter der geschützen Herkunftsbezeichnung  ”Aceite de Ibiza” vermarktet werden, beschränkt sich auf 17 Liter Öl pro 100 kg OLiven.

Die Einwirkung der Luft und des Lichts ist unbedingt zu vermeiden, weil es sich dabei um Faktoren handelt, die sich mindernd auf die sensorischen Eigenschaften des Öls auswirken. Daher wird das in der Ölmühle gewonnene Öl in senkrecht stehenden, luft- und lichtdichten Behältern aus rostfreiem Stahl gelagert.  Der Einsatz inerter Gase ist erlaubt, um sicherzustellen, dass keine Luftreste in den Behältern verbleiben. Sowohl die baulichen Eigenschaften der Ölmühlen als auch die Lagerbedingungen gewährleisten die Lagerung des Olivenöls unter geeigneten Temperaturbedingungen. Die Lagertemperatur darf keinesfalls 18ºC überschreiten. 

Es ist nicht erlaubt, die Öle verschiedener Erntejahrgeänge zu mischen, damit die Frische und die Besonderheiten eines jeden Jahrganges unverändert erhalten bleiben. 

Vor dem Abfüllen muss das Öl noch auf eine natürliche Weise dekantiert, bzw. mit mechanischen Mitteln gefiltert werden, um eventuell verbliebene Rückstände (Bodensatz, Olivenmühlenabwasser, usw.) zu entfernen. 

Das ”Aceite de Ibiza”  kommt in dunklen Glasflaschen, beschichteten Metallkanistern oder anderen Behältern, die das Öl vor dem Lichteinfall schützen, in den Handel. Das Fassungsvermögen der Behälter beläuft sich auf höchstens 5 Liter. 

ETIKETTIERUNG

Die geschützte Herkunftsbezeichnung  ”Aceite de Ibiza” / “Oli d’Eivissa” scheint in deutlich hervorgehobener Form und gut von den übrigen Angaben unterscheidbar im Hauptsichtfeld des Etiketts auf. Im Anschluss an die Handelsbezeichnung “Aceite de Ibiza” (Olivenöl aus Ibzia) wird das geografische Herkunftsgebiet benannt. 

Ebenso werden auf dem Etikett das Erntejahr der Oliven und eine fortlaufende Buchstaben- und Zahlenfolge, welche die Rückverfolgbarkeit des Produkts ermöglicht, angegeben. 

Der Name der Olivensorte oder Olivensorten darf nur dann auf dem Etikett genannt werden, wenn das Öl zu 100% aus Oliven dieser Sorte oder Sorten hergestellt wurde. 

Die Erwähnung der Namen von landwirtschaftlichen Betrieben, Anbaustätten oder Landgütern ist nur dann zulässig, wenn das betreffende Öl ausschließlich aus den in diesen Betrieben, Anbaustätten oder Landgütern geernteten Oliven gewonnen wurde. Die Nennung eines landwirtschaftlichen Betriebs als Abfüllungsort ist nur dann erlaubt, wenn das Öl tatsächlich in diesem Betrieb abgefüllt wurde. 

 

Olivenöl aus Ibiza - Balearen - Agrarnahrungsmittel, Ursprungsbezeichnungen und balearische Gastronomie
Produktionsangaben

Jahr 2019

Anzahl der Olivenbäume:  44.947

Oberfläche Ha: 177

Produktion L: 25.901

Anzahl der Prozessoren: 4

Institut de la Qualitat Agroalimentària (IQUA)
C/ Reina Constanza, 4 - 07005 Palma
Tel. 971 17 66 66
Fax: 971 176 870

iqua@caib.es
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